Christian Gelpke, der wiss. Begleiter des Programms
Die Veranstaltung „Rebhühner im Schwalm-Eder-Kreis“ zog über 30 interessierte Personen an. Im DGH Zimmersrode führten Christian Gelpke (HGON) und Alexandra Schotte (LLH) vergangenen Samstag durch die spannende Welt der Rebhühner.
Nach kurzer Einführung ins Thema von Felix Liesegang (BUND), mit Betonung auf die wertvolle Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Naturschutz, zeigte Christian Gelpke die Ergebnisse des Förderprojekts „Rebhuhn retten?“. Dieses Projekt wurde 2017 aufgrund dramatisch einbrechender Bestandszahlen des Rebhuhns initiiert. Mithilfe der ansässigen Landwirte wurden breite Blühstreifen angelegt, mit dem Ziel, Lebensräume des Rebhuhns zu erhalten und wiederherzustellen. Diese Lebensräume sind auch für weitere Arten von herausragender Bedeutung, wie Gelpke mit seinen Erfassungen zeigen konnte. Neben Bestandserfassungen des Hühnervogels wurden auch weitere Artgruppen wie Heuschrecken, Käfer und Tagfalter auf den Blühflächen erfasst – deutlich mehr als auf den Vergleichsflächen ohne Blühwiese. Die Insektenmasse war auf den Blühflächen um ein sechsfaches erhöht. Inzwischen hat sich der Bestand auf ca. ca 1.100 bis 1300 Hühner stabilisert, ein Erfolg für den Artenschutz und ein positives Beispiel für die Zusammenarbeit zwischen Naturschutz und Landwirtschaft.
Über Details der Förderung und Anlage dieser Blühstreifen berichtete Alexandra Schotte vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) ausführlich, nachdem sie die Aufgaben und Tätigkeiten der Biodiversitätsberatung des LLH vorstellte. Hier wurde schnell klar, dass es für eine zielgerichtete Anlage und erfolgversprechende Maßnahmen vieles zu beachten gibt, beispielsweise den Abstand zum Wald, Störung der Vögel durch freilaufende Hunde und den Umgang mit unerwünschten Beikräutern. Dass dies mit der Beratung des LLH gut umzusetzen ist, spiegelte sich in den Berichten eines Frankenhainer Landwirtes wider, der von seinen direkten positiven Erfahrungen mit dem Förderprogramm berichtete.
Nach einer regen Fragenrunde folgte der Abschluss und eine Exkursion zu einer nahelegenden Blühfläche einer engagierten Landwirtin.
Der BUND Schwalm Eder dankt neben den Referenten auch der Gemeinde Neuental für das Bereitstellen der Räumlichkeiten und allen interessierten Teilnehmern für Ihren Besuch.