BUND Kreisverband Schwalm-Eder
Jetzt spenden Mitglied werden

Einsatz für den Naturschutz

Auch im ländlichen Bereich ist die Natur längst nicht mehr intakt. Wir setzen uns für einen gesunden Wald, artenreiche Fließgewässer, die Verringerung des Flächenfraßes, den Erhalt von Feuchtbiotopen und Sonderstandorten u.V. mehr konkret vor Ort ein.

Efzerenaturierung auf BUND-Flächen zwischen Caßdorf und Berge

BUND erhält Mittel aus Ausgleichsfonds

Der BUND besitzt zwei Ufergrundstücke der Efze zwischen den Homberger OT Caßdorf und Berge. Dort plant nun das Ingenieubüro Weber eine größere Renaturierung der Efze. Sie schließt direkt an eine große Maßnahme aus dem Jahr 2016, die mittlerweile gut eingewachsen ist. Die Stadt Homberg hat eigene Uferflächen dazu gegeben. Wir rechnen mit Kosten von über 100.000 Euro, die zu 100% durch den Ausfleichsfonds übernommen werden. Baubeginn soll der August 2026 sein. 

Die Planskizzen kann man hier sehen:

A zwischen Mühlhausen und Berge

B zwischen Caßdorf und Mühlhausen

Eichenprozessionsspinner

Gefahr oder nur "HYPE"

 

 

 

Der Eichenprozessionsspinner ist eine Nachtschmetterlingsart, um die es seit eingen Jahren einen regelrechten "HYPE" gibt. Vor Jahren war es der Fuchsbandwurm, wegen dem man nicht mehr in den Wald gehen sollte. Jetzt dieser kleine Schmetterling. Die HNA berichtete auf mehreren Seiten über diese Art und ihre Ausbreitung auf einem Autobahnrastplatz bei Guxhagen. Auch der BUND KV wurde befragt.  Hier kann man unsere Stellungnahme lesen. Den HNA-Artikel habe ich ganz unten verlinkt.

 

Seit Mitte des 18. Jahrhunderts ist diese Schmetterlingsart in Deutschland nachgewiesen. Ihre Verbreitungsschwerpunkte sind Baden-Würtemberg und Bayern, sowie Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Ihre Raupen bilden ab dem 3. Entwicklungsstadium Brennhaare aus, die hohl sind und ein Nesselgift (Thaumetopoein - ein Protein)  enthalten. Dieses kann beim Kontakt mit Menschen Hautausschläge (Dermatitis)  verursachen. In sehr seltenen Fällen können auch Reizungen der Augen oder der Bronchien auftreten. Von daher kann vom Eichenprozessionsspinner temporär eine gesundheitliche Gefahr, insbesondere im Umfeld von Schulen, Kindergärten und Spielplätzen, ausgehen, die eine Bekämpfung rechtfertigen.

Nach unseren Informationen (Auskunft von Hautkliniken) sind schwerwiegende Hautirritationen sehr selten.  In der Regel sehen die Folgen bei Kontakt mit den Brennhaaren der Raupe aus wie  die Quaddeln bei Berühren von Brennesseln. Für die von den Raupen befallenen Bäume sind die Schäden nicht bedrohlich. In der Regel sind Bekämpfungsmaßnahmen völlig unwirtschaftlich. 

Die Ausbreitung des Prozessionsspinners hat sicher mit der langjährigen Temperaturerhöhung (Klimawandel) zu tun. Dadurch wird auch das Klima in Nordhessen kontinentaler und daher besser geeignet für diese Art. Das Massenvorkommen hat aber auch wesentlich mit dem massiven Rückgang (siehe Gartenvögelzählung des NABU in 2025)  der Prädatoren (der die Raupen/Schmetterlinge fressenden Vögel und Federmäuse) zu tun. So vertilgen z.B. Meisen mit Vorliebe Mengen dieser Raupen.

Natürlich muss eine Stadtverwaltung auf ein Massenvorkommen in sensitiven Gebieten adäquat reagieren. Im Wald dagegen kann man auf die Gefahr hinweisen oder bestimmte Gebiete sperren.

In geschlossenen Ortschaften/Städten kann man mechanisch arbeiten (Absaugen) Das Abflämmen hat leider zur Folge, dass die Haare der Raupen durch die Luft gewirbelt werden und zum Teil noch größere Schaden entsteht.

Der Einsatz von Bioziden sollte dabei aber auf begründete Ausnahmefälle beschränkt bleiben. Was nach Ansicht des BUND gar nicht sein darf, ist, das Mittel präventiv, d.h. ohne Nachweis, dass überhaupt ein Befall vorliegt, einzusetzen. Das mag zwar unterm Strich preiswerter und bequemer sein, ist aber aus der Perspektive des Naturschutzes angesichts des Insektensterbens fatal.

Der Einsatz von Bioziden ist immer mit weiteren Umweltschäden verbunden. Das gilt auch für  NeemProtect mit dem Wirkstoff  Margosa-Extrakt des indischen Neem-Baums. Es hat laut Umweltbundesamt eine hohe aquatische Toxizität und wirkt auch auf alle anderen Insektenarten. Es besteht auch das Risiko indirekter Wirkungen v.a. für insektenfressende Vogel- und Fledermausarten. Auch das Versprühen von Bacillus thuringensis (wird oft im BIO-Landbau verwendet) ist nicht ohne schädliche Wirkungen. BT ist nicht spezifisch und tötet auch viele andere Arten. Am besten geignet sind neu auf dfen Markt gekommenen Nematodenpräparate. Sie werden von den Raupen aufgenommen und wirken sehr spezifisch.

Prinzipiell gilt für alle Präparate: Die für die Ausbringung eingesetzten Verfahren, wie das Sprühen mit Bodenkanonen, sind vergleichsweise unpräzise und die Ausbringgenauigkeit ist zusätzlich von einer Vielzahl äußerer Faktoren wie Winddrift abhängig. Die eingesetzten Stoffe  gelangen somit nicht nur auf die befallenen Eichen, sondern auch auf angrenzende Flächen, die eigentlich nicht behandelt werden sollten. Das Umweltbundesamt konstatiert deshalb, dass die Ausbringung von Biozidprodukten im Freiland damit zu einem zum Teil erheblichen Eingriff in den Naturhaushalt führen kann, verbunden mit dem Risiko unannehmbarer Auswirkungen auf die Umwelt, ohne dabei für den Gesundheitsschutz von ausreichendem Nutzen zu sein.

Zuerst sollte aber immer versucht werden, ohne Umwelt-Gifte klar zu kommen. Bei einem geringen Befall sollten daher zunächst mechanische Bekämpfungsmaßnahmen - zum Beispiel das Absaugen, oder Absammeln von Raupen und Gespinsten oder temporäre Sperrungen von betroffenen Gebieten  in Betracht gezogen werden.

Warum nicht die natürlichen Feinde des Eichenprozessionsspinners zur Hilfe nehmen? Blau- und Kohlmeisen sowie Rotkehlchen (und viele andere Vogelarten)  haben die giftigen Raupen auf ihrem Speisezettel. Durch mehr Nistkästen für diese Vogelarten könnte der Bestand vergrößert und damit die Population der Eichenprozessionsspinner verkleinert werden. Auch durch Nisthilfen für Wildbienen könnten Schlupfwespen angesiedelt werden, die natürliche Feinde der Eichenprozessionsspinner sind. Durch diese kostengünstigen, ökologischen und ungefährlichen Maßnahmen könnte, anstatt Angst vor dem Eichenprozessionsspinner zu verbreiten, zudem das Naturverständnis gefördert werden.

Insbesondere in den sensiblen Bereichen (vor Kindergärten, Schulen, in Stadtparks) sollten viele Nistkästen hängen. Sie zeigen, dass die Gemeinde nach dem Vorsorgeprinzip handelt.  Das ist auch kostengünstiger als den Kammerjäger zu bestellen. Wer genauere Infos haben willwie man den EPS vorbeugend bekämpft der kann sich diese beiden Dokumente aus dem BUND Hersfeld anschauen.  1. Bekämpfung allgemein  2. Vorschläge für Prävention

Hier kommt man auf den HNA-Artikel

Ökosystembasierte Waldwirtschaft

Das Lübecker Modell

Vogelschlag an Glas

- ein unterschätztes Problem

Ingeborg Peine informierte die JHV des BUND im Kreis über Möglichkeiten den Vogelschlag an Glasflächen nachhaltig zu verringern. Hier ihre Folien

Hoher Keller muss NSG werden

Reslution der Naturschutzverbände

Naturwald Hoher Keller muss als Naturschutzgebiet gesichert werden

Die Kreisverbände Schwalm-Eder des BUND und des NABU fordern zusammen mit der HGON die Fortsetzung der Ausweisungsverfahren (hier der Bericht der HNA vom 6.8.24)

 

Die Kreisverbände des hessischen Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND Hessen) und des hessischen Naturschutzbund Deutschland (NABU Hessen) haben sich zusammen mit der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) zum Thema „Naturwald Hoher Keller bei Jesberg“ getroffen, um die notwendige Ausweisung des Naturwalds als Naturschutzgebiet zu fordern.

Der einzigartige Naturwald Hoher Keller braucht einen dauerhaften Schutz. Angesichts der massiven Eingriffe in den Naturhaushalt durch den Bau der Autobahn A 49 (+ Gewerbegebiete) in unmittelbarer Nähe benötigen Natur- und Umwelt zumindest an dieser Stelle einen ausgleichenden Status.

Die Landesregierung trägt die politische Verantwortung, das vereinbarte Ausweisungsverfahren fortzusetzen. Zur Umsetzung der „Strategie für Biologische Vielfalt“ hat sie sich, wie die Bundesregierung, zur Sicherung von 5 Prozent der Waldfläche ohne Nutzung verpflichtet. Auch zur Umsetzung der Europäischen Biodiversitätsstrategie sollen die Ausweisungen beitragen. Ziel ist dabei der Schutz von 10 Prozent der Landesfläche als strikte Schutzgebiete. Die als Naturschutzgebiete gesicherten Naturwälder könnten in diese Bilanz mit eingerechnet werden. Die EU-Kommission hat erst im Frühling ein Vertragsverletzungsverfahren beim EUGH eingereicht, weil Deutschland seinen Verpflichtungen bei den Schutzgebieten nicht nachkommt. Der Hohe Keller konkretisiert diese Defizite auf der lokalen Ebene.

 

Die vereinbarten Ausweisungsverfahren (Hoher Keller und 15 weitere in anderen Landkreisen) wurden jetzt vom Ministerium „auf der Zielgeraden“ gestoppt. „Die Vorgänge sollen geprüft werden“, heißt es aus Wiesbaden. Bleibt es beim Ausweisungsstopp, würde die jahrelange Vorarbeit der Behörden und Verbände ins Leere laufen. Einige dieser Ausweisungsverfahren standen bereits kurz vor dem Abschluss.

 

„Artensterben und Klimawandel sind gewaltige Bedrohungen auch für den Kamm des Kellerwaldes. Davon kann sich jeder beim Erwandern des Wüstegartens einen drastischen Eindruck holen. Diese sensiblen Flächen mit einer sich gegenwärtig leicht erholenden Hochmoorvegetation aus der Unterschutzstellung zu nehmen, ist unverantwortlich.

„Naturschutz braucht konkrete und verlässliche Taten. Sonntagsreden und Versprechungen sind kein Ersatz für die Ausweisung zum Naturschutzgebiet“.

 

Die Ausweisungsverfahren wurden vom hessischen Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt direkt nach der Wahl gestoppt – ganz sicher eine „sehr“ politische und interessengeleitete Entscheidung. Die örtlichen Aktiven sind schockiert und verärgert von dieser Entwicklung, die wir für unsachlich, weil naturschutzfachlich nicht nachvollziehbar, halten.

In der heutigen Zeit, wo immer mehr Landschaft, durch Straßen, Bau- und Gewerbegebiete, sowie Solar- und Windkraftanlagen usw. zerstückelt und durch den Menschen erschlossen wird, ist es um so wichtiger nicht nur für Tiere größere durch einen Schutzstatus gesicherte Flächen zu schaffen, sondern auch für uns Menschen. Auch wir brauchen, genauso wie die Tierwelt, Ruhezonen! Die Versiegelung der Flächen in der Landschaft ist endlich und sie kann nur dauerhaft durch einen rechtlich sicher vereinbarten Schutzstaus geschützt werden.

Der Hohe Keller mit seinem großen geschlossenen Waldgebiet, Mischwald mit Mittelgebirgscharakter, ist neben dem Stölzinger Gebirge und dem Knüllwald eines der drei maßgeblichen Großraumgebiete für Großvogelarten wie Rotmilan, Wespenbussard und Schwarzstorch im Schwalm-Eder-Kreis. Alle drei Arten, die auch auf der hessischen Roten Liste geführt werden, sind abhängig von großen intakten Lebensräumen, bestehend aus naturnahen Wäldern mit abwechslungsreichem Offenland mit Grün- und Ackerland, sowie klaren sauberen Bächen mit artenreicher Fisch und Amphibienfauna. Darüber hinaus beherbergt der Hohe Keller eine ganze Reihe von kleineren Vogelarten, die hier in ihrer noch hohen Dichte eine überregionale Bedeutung haben, dazu zählen Grau- und Mittelspecht, Raufuß- und Sperlingskauz, sowie Waldlaubsänger und Waldschnepfe.

Erwähnenswert sind für den hohen Keller die großen Bestände des Feuersalamanders, die aufgrund der intakten Bäche bis heute Bestand haben, während sie anderswo bereits zusammengebrochen sind. Nur Naturwälder ohne menschliche Eingriffe bieten diesen wichtigen Lebensraum für bedrohte Arten.

 

Eine Ausweisung als Naturschutzgebiet schafft den rechtlichen Rahmen, um die Stilllegung des Waldes auch langfristig zu gewährleisten. Ohne diesen Schutzstatus kann die forstliche Nutzung theoretisch jederzeit wieder aufgenommen werden.

Zudem liegt in einem als Naturschutzgebiet gesicherten Naturwald ein grundsätzlicher Schutz gegen jegliche (z.B. auch Windkraftanlagen oder touristische Einrichtungen) Eingriffe vor.

Als zusätzliches Argument möchten wir auch die Bedeutung von Naturwäldern im Klimaschutz anführen: Der Schutz der Naturwälder wird auch im Hinblick auf den voranschreitenden Klimawandels immer wichtiger. Durch das geschlossen Kronendach bleibt das kühl-feuchte Waldinnenklima erhalten, sodass die Bestände resistenter gegenüber der im Klimawandel zunehmenden Risiken durch Sommerdürren sind. Die Bestände am Hohen Keller, einem sehr fragilen Ökosystem, hier sind durch die anhaltende Trockenheit von 2019 – 2022 bereits sehr geschwächt. Zusätzliche Eingriffe in den Wald würden die Situation nur verschlimmern“. Das möchten wir unter allen Umständen verhindert wissen.

 

 

 

 

Herr Minister Jung,

 

weisen Sie das Naturschutzgebiet „Hoher Keller“ aus. Die forstliche Nutzung dieses Standorts ist ökonomisch unsinnig. Für die Natur ist der „Hohe Keller“ aber von überragender Bedeutung.

Die Kreisverbände Schwalm-Eder der/s

Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON)   Christian Gelpke

Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Erik von Lühmann

Naturschutzbund Deutschland (NABU) Rolf Angersbach

 

 

 

Im Herbst 2020 pflanzte der BUND Edermünde 14 kleine Bäume inmitten der Landschaft.

Feldahorn, Wildkirsche, Vogelbeere, Traubenkische und Baumhasel.

Arten die hoffentlich den schwierigen, regenarmen Klimabedingungen trotzen können.

Kleine Bäume sind preiswerter, leichter zu handhaben und haben bessere Anwuchschancen.

Bäume pflanzen macht richtig Spaß !!!!

 

Wir wollen die Bäume auch noch mit Hinweisen auf Informationen zu Baumarten und BUND versehen.

Wir nannten es in der lokalen Presse „Machen statt reden, geht doch“.

Da freut sich die Gartenfreundin nicht mehr

 

Liebe Gartenfreundin,
kennen Sie den Frust, wenn sich Blattläuse, Kartoffelkäfer oder Obstmaden über Ihr Gemüse und Obst hermachen? Der Griff zu chemisch-synthetischen Pestiziden verspricht ein schnelle Lösung. Doch diese Ackergifte schaden auch nützlichen Insekten und dem gesamten Ökosystem.

Es gibt einen besseren Weg! In unserem aktuellen Newsletter haben wir 19 Tipps, wie Sie schädliche Insekten und Pilze eindämmen können – ganz ohne chemische Keule. Entdecken Sie, wie Sie auch ohne Chemie Störenfriede fernhalten und Ihre Ernte gedeiht!

Außerdem im Newsletter: Insekten-Apps, Hochwasserschutz und Krabbenbrötchen.

Herzliche Grüße
Ihr BUND Online-Team​