Im Juli 1975, also genau vor 50 Jahren wurde der Bund für Umwelt- und Naturschutz gegründet. Angesichts katastrophaler Umweltschäden (z.B. gab es im Rhein so gut wie keine Fische mehr), einer Politik, die nur auf Beton,Asphalt und Atomkraft fokussiert war, hoben bekannte Menschen (u.a. auch der damals renommierte Zoodirektor Bernhard Grizmek) den BUND aus der Taufe. Mittlerweile hat er über 500.000Mitglieder, die in ca. 2000 lokalen Gruppen aktiv sind.
Anfang 1981 wurde der BUND auch im Schwalm-Eder-Kreis gegründet. Es fing an mit Aktivitäten in Fritzlar und Umgebung, heute gibt es über 500 BUND`ler in allen Orten des Kreises.
Am Anfang standen Gründer- „mütter“ und -“väter“. Im Jubiläumsjahr ehrt der BUND deshalb zwei Menschen, die ganz am Anfang standen und bis heute aktiv für die Umwelt kämpfen. Gerd Kipper und Karin Glathe, beide aus Fritzlar, wurde die Ehrenmitgliedschaft für über 40 Jahre Engagement und jeweils über 10 Jahre Leitung des Kreisverbandes verliehen. Aus diesem Anlass kam auch der Landesvorsitzende Jörg Nitsch aus Frankfurt nach Fritzlar.
Im rückblickenden Gespräch mit den beiden wurden die großen Themen aus vierzig Jahren Umweltschutzarbeit benannt. Manche kann man von heute aus kaum noch verstehen. So der Kampf gegen das Waldsterben durch den „sauren Regen“ der 80er Jahre. Der BUND setzte sich damals massiv für die Rauchgaswäsche im Kraftwerk Borken ein und wurde dafür massiv angefeindet. Auch die Themen „mehr Natur in der Stadt“ ,die Verbesserung der Abfallbeseitigung und die Klärung der Abwässer waren mehr als kontrovers. Karin Glathe betonte, wie hart die Diskussionen mit den Befürwortern des damals geplanten Atomkraftwerks Borken und der Wiederaufarbeitungsanlage Volkmarsen waren. Heute ist das kaum noch vorstellbar, alle sind froh, dass Flüsse und Bäche zusehends sauberer sowie naturnaher werden und man ohne AKW am Singliser See baden und die Natur genießen kann.
Gerd Kipper erzählte auch von Erfolgen und Misserfolgen der Naturschutzarbeit. So ist er immer noch stolz mit beigetragen zu haben, dass Monsanto in Niedermöllrich keine Gentechnikforschung betreibt. Beim Thema Bodenversiegelung ist die Bilanz dagegen bitter. An der A 49 reiht sich eine Logistikhalle an der nächsten. Unsere Landschaft ist aber endlich, man darf sie nicht verbrauchen.