Beim Citizen-Science-Projekt „Mein Baum“ können Bürger*innen im Schwalm-Eder Kreis Bäume in Städten und Dörfern über eine App erfassen. Ziel ist es, Datenlücken zu schließen, Bäume gezielt zu schützen und eine verlässliche Grundlage für eine klimaangepasste Stadtentwicklung zu schaffen.
Bäume sind unverzichtbar für eine lebenswerte Umgebung. Sie kühlen unsere Städte, speichern CO2, filtern Schadstoffe und bieten Lebensraum für zahlreiche Arten. Gleichzeitig leiden sie zunehmend unter Hitze, Trockenheit und Krankheiten. „Um Bäume in Städten und Dörfern besser schützen zu können, brauchen wir verlässliche Daten. Hier zählen wir auf die Unterstützung der Bürger*innen im Landkreis“, Felix Liesegang Vom Kreisverband Schwalm Eder des BUND.
Über die kostenlose App „Mein Baum“ sowie die zugehörige WebApp können Nutzer*innen einzelne Bäume oder ganze Alleen kartieren und Angaben zu Baumart, Zustand und Umfeld machen. Der Standort wird automatisch per GPS oder händisch per Mausklick erfasst. Alle Meldungen erscheinen auf einer interaktiven Karte. So wird sichtbar, wo bereits Bäume dokumentiert wurden oder wo neue „Wunschbäume“ entstehen könnten. Bestehende Einträge lassen sich jederzeit aktualisieren. Dadurch können Veränderungen über das Jahr hinweg nachvollzogen und Entwicklungen langfristig beobachtet werden.
Lückenhafte Baumkataster ergänzen
„Viele Städte verfügen zwar über Baumkataster, doch diese sind oft lückenhaft, besonders bei aktuellen Veränderungen. Private Bäume werden in der Regel gar nicht erst in den Katastern erfasst“, sagt Herr Liesegang. „Mein Baum ergänzt diese Daten sinnvoll. Bürger*innen erfassen Informationen, die bislang fehlen und schaffen damit eine wertvolle Grundlage für zukünftige Pflanz- und Schutzkonzepte.“ Perspektivisch ist auch ein Datenaustausch mit Kommunen vorgesehen.
Das Projekt verbindet Forschung, Bürgerbeteiligung und praktische Anwendung. Während öffentliche Bäume in kommunaler Verantwortung liegen, sind private Eigentümer*innen häufig auf sich allein gestellt. „Wir wollen mit „Mein Baum“ echten Mehrwert schaffen. Wissen, Gemeinschaft und gemeinsames Handeln stehen im Mittelpunkt“, betont Liesegang. „Auch Schulklassen, Initiativen und Gruppen sind ausdrücklich eingeladen, sich zu beteiligen.“
Die Einträge in die App werden sorgfältig dokumentiert und innerhalb der Community geprüft. Freiwillige Moderator*innen unterstützen zusätzlich bei fachlichen und technischen Fragen und tragen zur Qualität der Daten bei. Gemeinsam entwickeln der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der BUND Naturschutz in Bayern und wissenschaftlichen Partnern wie der Technischen Universität München und der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf das Projekt weiter. Es wurde vom BUND Naturschutz im vergangenen Jahr gestartet. Damit ist es nun möglich deutschlandweit die Datengrundlage für Forschung und Naturschutz zu verbessern und gleichzeitig möglichst viele Menschen für den Schutz von Stadtbäumen zu begeistern. Erste Analysen folgen Ende 2026.
Weitere Informationen:
- Eine interaktive Karte und weitere Informationen unter: https://www.bund.net/meinBaum
- Stadtbaum-Quiz: Mit einem Quiz lädt der BUND Naturschutz dazu ein, das eigene Wissen über Bäume in der Nachbarschaft zu testen. Unter allen Teilnehmer*innen, die bis zum 30. April mitmachen, werden zehn attraktive Bestimmungsbroschüren sowie kleine Zusatzpreise verlost. Jetzt mitmachen und mit etwas Glück gewinnen! https://helfen.bund-naturschutz.de/mein-baum-quiz/
- Kontakt:
Felix Liesegang
BUND-Schwalm Eder
E-Mail: felix.liesegang@bund-schwalm-eder.de